SVP-Funktionär macht Einführung zu Sarrazin-Lesung in Dresden

Als Sarrazin am 13. Januar 2011 in Dresden vor 2.500 Menschen auftrat, da war es der schweizerische Honorarkonsul Peter S. Kaul der die Einführung zu der Veranstaltung machte. Peter Simon Kaul aus Radebeul ist aber nicht nur Honorarkonsul der Schweiz, sondern auch Vizepräsident der Auslandssektion der rechtspopulistischen „Schweizerischen Volkspartei“ (SVP).
SVP-International
Einen guten Bericht mit dem Titel „Ein Hauch von Sportpalast auch in Dresden“ findet sich auf dem News-Blog „Alternative Dresden-News“.

Mit Kaul und Sarrazin fanden auf Grund ihrer inhaltlichen Nähe ein sozialdarwinistischer und rassistischer Sozialdemokrat und der Vertreter einer rechtspopulistischen Partei zusammen, die sich organisatorisch eher fern stehen dürften.

Die „Schweizerische Volkspartei“ (SVP) gilt spätestens seit 1999 mit der Dominanz von Blochers „Zürcher Flügel“ als rechtspopulistisch.
Die extreme Rechte Europas schaut neidisch auf die Schweiz seitdem dort durch die SVP erfolgreich zwei rassistische Begehren in Referenden von einer Abstimmungs-Mehrheit angenommen wurden.
Das eine Referendum im November 2009 richtete sich „gegen den Bau von Minaretten“ und hatte zum Ziel die Aufnahme eines Minarettverbots in die helvetische
Verfassung. Ganze Passagen aus diesem Verbotsantrag sind inzwischen augenscheinlich von der FPÖ und der BZÖ übernommen worden. Das Motiv der Kampagne, aus der Landesflagge bedrohlich wachsende Minarette, wurden von der BNP (Großbritannien), dem „Front National“ (Frankreich) und Pro-NRW (BRD) übernommen.
Andreas Glarner, SVP-Fraktionspräsident im Aargau und Erfinder der Kampagne „Maria statt Scharia“, wurde übrigens Ende 2009 Mitglied der rechtspopulistischen „Bürgerbewegung“ pro Köln.
Die im November 2010 angenommenen Ausschaffungs-Initiative bestimmt, dass Schweizer Nichtstaatsangehörige (SVP-Sprech: „Sozialleistungs-Missbraucher“), die in der Schweiz leben, bei einem kriminellen Vergehen automatisch aus der Schweiz abgeschoben („ausgeschafft“) werden.
Eine eigene Ausschaffungs-Initiative fordern auch die NPD, Pro-Bayern und die kleine neonazistische NVP in Österreich.
Das dazugehörige Plakatmotiv mit dem schwarzen Schaf wurde vom „Front National“ (Frankreich), der NPD-Hessen (2008), der NPD-Potsdam und der spanischen „Democracia Nacional“ übernommen.