Grisgramix
Beifall der Medien

Der Republik aber fehlen solche Streiter für die Freiheit der Meinung. Wieder soll jemand dafür büßen, dass er aus dem Käfig „politischer Korrektheit“ ausgebrochen ist.

Berthold Kohler: Thilo Sarrazin. Außerhalb des Korridors, in „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom 08. Oktober 2009

Gegen den Einsatz solcher rhetorischer Einzelvernichtungswaffen im politischen Diskurs zu dessen Beherrschung regt sich aber mindestens im bürgerlichen Lager Widerstand – auch wenn, aus Angst vor Kontaminierung, niemand aus den bürgerlichen Parteien Sarrazin beigesprungen ist.

Berthold Kohler: Thilo Sarrazin. Außerhalb des Korridors, in „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom 08. Oktober 2009

Sarrazins Sekretariat wird in diesen Tagen Schwierigkeiten haben, die Zustimmung zu bewältigen. Alles kleine Nazis? Es schreibt vielmehr die politische Mitte, die es satthat, als fremdenfeindlich beschimpft zu werden, nur weil sie nicht länger mit den Dogmen eines gescheiterten Multikulturalismus traktiert werden will, für den jeder geschächtete Hammel eine kulturelle Bereicherung ist. Dass Sarrazin, bekanntermaßen mit einer intellektuellen Lust an der Provokation ausgestattet, auch in diesem Interview mit manchen Aussagen über die Stränge des Üblichen geschlagen hat, mag den Usancen der Bundesbank widersprechen. Aus der sogenannten Mehrheitsgesellschaft aber schlägt ihm eine Welle der Dankbarkeit dafür entgegen, dass endlich einmal einer ihr seine Stimme geliehen hat.

Berthold Kohler: Thilo Sarrazin. Außerhalb des Korridors, in „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom 08. Oktober 2009

Wenn man noch darauf hoffen könnte, dass siechende Volksparteien wie die SPD erkennen, was sie an Mitgliedern wie Sarrazin haben, dann müsste man ihm tatsächlich raten, zu seiner alten Profession und Berufung zurückzukehren. Die Bundesbank würde gewiss einen qualifizierten Nachfolger finden, dem das Schweigen besser läge. Der Republik aber fehlen Streiter für die Freiheit, auch schon für die Freiheit der Meinung.

Berthold Kohler: Thilo Sarrazin. Außerhalb des Korridors, in „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom 08. Oktober 2009

Sozialdemokraten, die einen Warner und ein Problem gleichzeitig wegdrängen wollen, sollten sich an ihrem großen Vorsitzenden Kurt Schumacher erinnern. Der hat gesagt: ,Politik beginnt mit dem betrachten der Wirklichkeit.’ Sarrazin schildert die Wirklichkeit, die er recherchiert hat.

Helmut Markwort (FOCUS-Chef)

Wer das Buch in Gänze liest, wird feststellen: Sarrazin kommt nicht aus der völkischen Ecke, wie die NPD jetzt frohlockt. Er ist Volkswirt – und das durch und durch. Über weite Strecken wirkt das Buch eher wie eine umfangreiche Studie eines ökonomischen Forschungsinstituts. Die polemischen Formulierungen, über die sich jetzt das ganze Land echauffiert, streut der ehemalige Berliner Finanzsenator für seine Verhältnisse sehr sparsam ein. Er zitiert Statistiken, er lässt sein ökonometrisches Wissen aufblitzen, zeigt aber auch, dass er sich mit geschichtlichen Fragen schon länger befasst.

Jens Tartler: Abschaffung Deutschlands: Sarrazins Buch ist erstaunlich sachlich, in: „Financial Times Deutschland“, 30. August 2010

Wegen seiner polemischen Muslim-Schelte steht Thilo Sarrazin am Pranger, aber eines begreifen seine Kritiker offenbar nicht. Der Provokateur verkörpert etwas, das sich nicht ausgrenzen lässt: die Wut von Leuten, die es satt haben, für ihre Integrationsangebote beschimpft zu werden.

Matthias Matussek (Spiegel-Autor): Die Gegenwut, Spiegel-Online vom 06.09.2010

Sarrazin beschreibt, woran im Befund nicht zu zweifeln ist, die Ergebnisse einer katastrophalen Einwanderungs-, Familien- und Integrationspolitik. Was immer Frau Böhmer, die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, an den Statistiken Sarrazins auszusetzen hat: Sie sind, was die demographische Lage des Landes angeht, keine Meinungen, sondern Fakten, und völlig korrekt.

Frank Schirrmacher (FAZ-Herausgeber), in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom 30. August 2010

Zwei Namen fallen inzwischen mit Zwangsläufigkeit, wenn die Prediger der sozialen Gerechtigkeit Stimme und Zeigefinger erheben: der des ehemaligen Berliner Finanzsenators Thilo Sarazzin und der des Philosophen Peter Sloterdijk. Der eine wagte es, die Kollateralschäden der Umverteilung am Beispiel der heillos verschuldeten Hauptstadt zu benennen, in der eine wachsende arbeits- und integrationsunwillige Unterschicht die Partylaune des Oberbürgermeisters freilich nur in Maßen verdirbt. Der andere träumte davon, die „Staats-Kleptokratie“ durch eine „geregelte Praxis öffentlicher Spenden“ zu ersetzen, das heißt den Zwang in Freiwilligkeit umzuwandeln, um das demütigende Gefühl des Ausgenommenwerdens durch das des Geberstolzes zu ersetzen. Es ist ein typischer Traum derjenigen, die frühzeitig aufstehen und sich mit der Gewissheit an die Arbeit begeben, dass ihnen jeder zweite Euro, den sie dadurch verdienen, weggenommen wird, unter anderem um diejenigen zu alimentieren, die morgens lieber liegen bleiben.

Michael Klonovsky (FOCUS-Redakteur): „Das Gott-Wort der Guten“, FOCUS-Online, 02.08.2010

Beifall aus der Mitte

Jede von Sarrazins Behauptungen ist entweder belegbar oder erweckt doch den Anschein der Plausibilität. Natürlich zeichnet er ein extrem negatives Bild. Die Leute, die über ihn herfallen, tun das aus zwei Gründen: Um ihn zum Schweigen zu bringen. Und um in sich selber Zweifel zum Verstummen zu bringen, Zweifel an ihrer bisherigen Politik. Sarrazin spricht aus, was andere ahnen, aber nicht zur Kenntnis nehmen möchten. Das ist sein Verbrechen.

Henryk M. Broder (Spiegel-Autor), im Interview mit HNA.de, die Fragen stellte Tibor Pézsa, 30. August 2010

Sarrazin hat Recht, man könnte ihm allenfalls vorwerfen, dass er in seiner Analyse nicht weit genug geht.

Henryk M. Broder

Thilo Sarrazin redet Tacheles. Er analysiert in einem Interview mit der Kulturzeitschrift „Lettre-International“ die Lage Berlins, benennt Filz, Korruption und Schlamperei, lobt und tadelt Migranten, fragt nach Ursachen und bietet eine Gesamtschau der Berliner Misere, die ich so noch von niemandem gelesen habe. Ich würde mir diesen klaren Blick auch von manchen verantwortlichen Politikern wünschen.

Necla Kelek: Warum türkische Gemüsehändler mit Sarrazin kein Problem haben, in: Sächsische Zeitung vom 22. Oktober 2009

Wer die klaren Worte Sarrazins für Hetze hält, muss sich fragen lassen, ob er die Fakten kennt oder nicht längst aufgegeben hat.

Necla Kelek: Warum türkische Gemüsehändler mit Sarrazin kein Problem haben, in: Sächsische Zeitung vom 22. Oktober 2009

Wenn es gelänge, einer spitzen Zunge und einem selbstbewussten Mann wie Sarrazin den Mund zu verbieten, fragt man sich, wer dann noch den Mut haben wird, sich überhaupt zu äußern? Sarrazin redet Tacheles, es ist sein gutes Recht. Zumindest das sollten wir verteidigen.

Necla Kelek: Warum türkische Gemüsehändler mit Sarrazin kein Problem haben, in: Sächsische Zeitung vom 22. Oktober 2009

Die Thesen von Thilo Sarrazin zu Bildung und Zuwanderung sollte man diskutieren, nicht den Autor verteufeln.

Necla Kelek: Kelek über Sarrazin „Ein Befreiungsschlag“, in: „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom 30. August 2010

Die von Sarrazin aufgezeigte Wechselbeziehung von Intelligenz und Demographie wird als biologistisch diffamiert. Dabei scheint schon der gesunde Menschenverstand nahezulegen, dass Ethnien wie zum Beispiel die Völker Anatoliens oder Ägyptens, die über Jahrhunderte von den Osmanen daran gehindert wurden, Lesen und Schreiben zu lernen, bei denen noch heute Mädchen nicht zur Schule gehen dürfen, andere Talente vererbt bekommen, als die Söhne von Johann Sebastian Bach und dass es auch bei der Intelligenz so etwas wie die Gaußsche Normalverteilung gibt.

Necla Kelek: Kelek über Sarrazin „Ein Befreiungsschlag“, in: „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom 30. August 2010

Mein Fazit: Hier hat ein verantwortungsvoller Bürger bittere Wahrheiten drastisch ausgesprochen und sich über Deutschland den Kopf zerbrochen.

Necla Kelek: Kelek über Sarrazin „Ein Befreiungsschlag“, in: „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom 30. August 2010

Denn der Bundesbankvorstand hat nichts anderes getan, als nachgedacht. Dafür soll er nun gesteinigt werden – von Presse und Politik. In seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ beschreibt Thilo Sarrazin, zugegeben- ermaßen in einer etwas provokanten und polemischen Art, das Hinweg- scheiden des alternden deutschen Volkes; das durch die Geburtenrate bei Muslimen irgendwann fremd im eigenen Lande sein wird.

Sabatina James (Autorin), SABATINA E.V. 2. September 2010

Denn der Bundesbankvorstand hat nichts anderes getan, als nachgedacht. Dafür soll er nun gesteinigt werden – von Presse und Politik. In seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ beschreibt Thilo Sarrazin, zugegeben- ermaßen in einer etwas provokanten und polemischen Art, das Hinweg- scheiden des alternden deutschen Volkes; das durch die Geburtenrate bei Muslimen irgendwann fremd im eigenen Lande sein wird.

Sabatina James (Autorin), SABATINA e.V. 2. September 2010

Sarrazin beschreibt die Wirklichkeit so wie sie ist, und nicht wie seit vielen Jahren von der politischen Korrektheit dargestellt

Ralph Giordano (Schriftsteller und Publizist) im Interview mit MDR-Info, 2009

Aber es ändert überhaupt nichts daran, dass er vollkommen recht hat mit dem Kernsatz, mit der Bilanz: Der Sozialstaat wird nicht fertig mit Problemen, die er selbst geschaffen hat.

Ralph Giordano (Schriftsteller und Publizist) im Interview mit MDR-Info, 2009

Solange die weitverbreitete Furcht vor schleichender Islamisierung in der Bevölkerung als bloßes Luftgebilde abgetan wird und nicht als demoskopische Realität ernst genommen – so lange hat Thilo Sarrazin recht.

Ralph Giordano (Schriftsteller und Publizist) in dem Artikel „Wo Thilo Sarrazin recht hat“, in: WELT ONLINE vom 20. September 2010

Sarrazin hat völlig Recht, was sein Urteil zur Integrationspolitik in Deutschland betrifft: Die Integrationspolitik ist auch in meinen Augen grandios gescheitert. Es gibt eine Parallelgesellschaft, wir finden in fast allen Großstädten Ghettos vor. Seine Thesen finden in der Bevölkerung deshalb mehrheitlich eine positive Resonanz, weil die Menschen das genau so in ihrem Alltag erleben. Das sind wiederum für unsere Politik unbequeme Wahrheiten.

Norbert Bolz (Professor für Medienwissenschaften an der TU Berlin), 2010

Die Leute lassen sich nicht gern für dumm verkaufen, sie lassen sich nicht gern zum Schweigen bringen! Das hat Sarrazin auf jeden Fall erreicht! Die Leute sind nicht mehr bereit, sich von der politischen Klasse und von besonders arroganten neuen Jakobinern, auch in den Feuilletons, den Mund verbieten zu lassen.

Norbert Bolz (Professor für Medienwissenschaften an der TU Berlin in der Talkshow bei Anne Will am 05.09.2010

Wir Deutsche erkaufen uns mit Sozialtransfers eine relative Ruhe, indem wir Menschen alimentieren, die unsere Sprache nicht lernen wollen und unseren Staat zutiefst verachten

Hans-Hermann Gockel (N24-Fernsehjournalist und Buchautor), 2010

Es gibt in Deutschland vier Tabus: Patriotismus, Zuwanderung, die Ausnutzung des Sozialstaats und Ausländerkriminalität. An all diesen Tabus hat Herr Sarrazin kräftig gerüttelt

Hans-Hermann Gockel (N24-Fernsehjournalist und Buchautor), 2010

Nur in Deutschland macht man sich unmöglich, wenn man das Offensichtliche benennt. Reflexhaft ächtet die liberale Öffentlichkeit Sarrazin, obwohl die Gesellschaft eine faire Auseinandersetzung mit seinen Thesen bräuchte.

Klaus von Dohnanyi (ehemaliger Hamburger SPD-Bürgermeister): zur Sarrazin-Debatte: Feigheit vor dem Wort, auf sueddeutsche.de vom 7. September 2010

Ist sein Buch jetzt das „Outing“ eines Rassisten und Rechtsradikalen? Nein. Sarrazins Grundthese ist einfach. Er ist der Auffassung – und begründet das sehr ausführlich –, dass Deutschland Gefahr läuft, seine geistigen Eliten einzuschmelzen, weil diese selbst zu wenige Kinder bekommen, während Gruppen, die sich bisher nicht durch Arbeit und Leistung hervorgetan haben (manche Deutsche oder Teile von Migranten) mehr Kinder bekommen und so das Leistungsniveau der Nation langfristig absenken könnten.

Klaus von Dohnanyi (ehemaliger Hamburger SPD-Bürgermeister): zur Sarrazin-Debatte: Feigheit vor dem Wort, auf sueddeutsche.de vom 7. September 2010

Die Passagen, die sich auf Ausländer bezogen und die von der deutschen Presse herausgezupft worden sind, sehen im Gesamtzusammenhang dieses Interviews ziemlich anders aus. Wenn er sich ein bisschen tischfeiner ausgedrückt hätte, hätte ich ihm in weiten Teilen seines Interviews zustimmen können.

Helmut Schmidt (SPD-Altbundeskanzler), im Interview mit „Die Zeit“, die Fragen stellte Giovanni di Lorenzo, 01.09.2010

Ich habe mir Sarrazins Interview in der Zeitschrift Lettre International angesehen. Es ist ein sehr langes Gespräch zwischen einem Interviewer, der zurückhaltend fragt, und Sarrazin, der aus seiner großen Erfahrung heraus zum Beispiel die ökonomische Lage Berlins und Deutschlands analysiert. Die Passagen, die sich auf Ausländer bezogen und die von der deutschen Presse herausgezupft worden sind, sehen im Gesamtzusammenhang dieses Interviews ziemlich anders aus. Wenn er sich ein bisschen tischfeiner ausgedrückt hätte, hätte ich ihm in weiten Teilen seines Interviews zustimmen können.

Helmut Schmidt (SPD-Altbundeskanzler), im Interview mit „Die Zeit“, die Fragen stellte Giovanni di Lorenzo, 01.09.2010

Das ist ein großes Problem und wir können offen darüber sprechen, ohne daß der Verdacht der Fremdenfeindlichkeit aufkommt.

Angela Merkel (CDU, Bundeskanzlerin)

Wir können von denjenigen, die hierher kommen, erwarten, dass sie sich in unsere Gesellschaft integrieren, dass sie unsere Sprache lernen.

Angela Merkel (CDU, Bundeskanzlerin), im Interview mit „BILD am Sonntag“ vom 05.09.20101

Ganz klar: Probleme müssen benannt werden. Deswegen hilft es nichts, wenn man irgendwelchen Multikulti-Träumereien nachhängt und das, was schief läuft, ausblendet oder nicht drüber spricht. Das passiert bei uns seit langer Zeit und ich halte dies für einen großen Fehler. Das führt dann nämlich zu einem solchen Bucherfolg. Sarrazin spricht vielen Bürgern aus dem Herzen. Nach dem Motto: Endlich sagt jemand mal öffentlich, was viele denken.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), im Interview mit der Zeitung „Die Welt“, 2012

Ja, vieles von dem, was er sagt, stimmt. Und ich habe das Interview inzwischen auch mal in seiner Gänze gelesen und behaupte mal, dass diejenigen, die jetzt über ihn herfallen, das nicht getan haben, denn viele der Dinge, die dort zitiert wurden, auch eben von Ihrer Mitarbeiterin, sind aus dem Kontext zitiert und vor allen Dingen hat man unterdrückt, was er vorgeschlagen hat.

Olaf Henkel (Ex-BDI-Präsident), im Interview mit dem „Deutschlandfunk“, die Fragen stellte Jochen Spengler, 5. Oktober 2009

Diese Wahrheit ist doch da und ich finde es wirklich wahnsinnig, wie die deutsche Öffentlichkeit mit Herrn Sarrazin zurzeit umgeht. Nicht das, was er gesagt hat, ist ein Skandal, sondern ein Skandal ist, wie die deutschen, die meisten deutschen Medien und viele politische Vorbilder mit ihm umgehen. Das ist nach meiner festen Überzeugung eine wirkliche Granate, denn hier wird erst mal ein Anschlag auf unsere im Grundgesetz doch zugesicherte Meinungsfreiheit vorgenommen; außerdem ist die Reaktion völlig kontraproduktiv, denn man hätte sich auch mit seinen Vorschlägen auseinandersetzen müssen, das hat man nicht getan; und drittens, und das ist eigentlich das Allerschlimmste: Wir werden hier Zeugen eines, wie ich finde, unglaublichen und schändlichen Vernichtungsfeldzuges gegen einen Menschen.

Olaf Henkel (Ex-BDI-Präsident), im Interview mit dem „Deutschlandfunk“, die Fragen stellte Jochen Spengler, 5. Oktober 2009

Sarrazin hat eine flotte Sprache, es liest sich flüssig. Die Teile mit seinen genetischen Theorien sind unsinnig, obwohl sie natürlich auch zugespitzt zitiert werden. Aber trotzdem ist dieses Buch ein wichtiger Diskussionsbeitrag …

Armin Laschet (Kandidat für den CDU-NRW-Landesvorsitz), im Spiegel vom 4. Oktober 2010

Sarrazin trifft nicht meine Meinung, aber er ist kein Rechtsradikaler oder Verfassungsfeind oder was auch immer. Ich würde mich mit ihm intellektuell und klar auseinandersetzen. Das ist kein Geert Wilders, es ist auch keine extremistische politische Position. Sarrazin polemisiert und spitzt zu, wie er das schon seit Jahren tut.

Armin Laschet (Kandidat für den CDU-NRW-Landesvorsitz), im Spiegel vom 4. Oktober 2010

Auch wenn ich manche seiner Thesen nicht teile – er spricht Themen an, die unsere Bürgerinnen und Bürger bewegen.

Peter Hauk (Chef der baden-württembergischen CDU-Landtagsfraktion), 2010

Beim Thema Zuwanderung und Integration kann ich nur sagen: Wo Thilo Sarrazin recht hat, hat er recht.

Wolfgang Bosbach (CDU-Bundestagsabgeordneter), im Interview mit dem „Schwarzwälder Boten“ , die Fragen stellte Norbert Wallet, Berliner Redaktion, 02.09.2010

Unabhängig davon, ob Sarrazin recht hat, ist es wichtig, sich mit seinen Argumenten auseinanderzusetzen

Robbin Juhnke, innenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus

Ich finde, man muss nicht jede Formulierung Sarrazins für glücklich halten. Reduziert man allerdings das Gesagte auf seinen inhaltlichen Kern, dann wird deutlich, dass Sarrazin aus Sicht der CDU Lahn-Dill, und das sage ich als ihr Kreisvorsitzender, recht hat.

Hans-Jürgen Irmer, CDU-Rechtsaußen und Abgeordneter des Hessischen Landtags

Man möchte meinen, die deutsche Meinungs-Besitzer-Szene habe sich in einen Käfig voller Feiglinge verwandelt, die gegen jede Abweichung von den Käfigstandards keifen und hetzen

Peter Sloterdijk (Philosoph), im Interview mit dem Magazin „Cicero“ vom November 2009

Nur: Im Lande der Leisetreter und der politischen Korrektheit wird jeder, der Klartext redet, gleich niedergemacht. Erbärmlich

Arnulf Baring (Historiker und Politikwissenschaftler), 2009

Sobald einmal ein scharfes Wort aus einem anderen Narrenkäfig laut wird, bricht auf der Stelle eine abgekartete Gruppendynamik los

Peter Sloterdijk (Philosoph), im Interview mit dem Magazin „Cicero“ vom November 2009

Beifall von Rechtsaußen

Die Meinungsäußerungsfreiheit wird im Fall Sarrazin oder ist Fall Sarrazin massiv beschädigt

Roger Köppel (Chefredakteur und Verleger der rechtskonservativen „Schweizer Weltwoche“), in einem Videokommentar vom 06.09.2010

Die Meinungsäußerungsfreiheit wird im Fall Sarrazin oder ist Fall Sarrazin massiv beschädigt

Roger Köppel (Chefredakteur und Verleger der rechtskonservativen „Schweizer Weltwoche“), in einem Videokommentar vom 06.09.2010

Eine schonungslose Abbildung des Ist-Zustandes und der Ausblick auf die Zukunft wird als Rassismus verurteilt. Zu einer konstruktiven Debatte ist in der politischen Führungskaste kaum jemand bereit. Da schlagen Mitglieder der Regierung vor, mit Extremisten, wie zum Beispiel die Taliban oder Al Qaida in Gespräche und Verhandlungen zu treten während Gespräche mit Wilders oder sinnvolle Vorschläge zu Sarrazin zu Ausschlussverfahren führen. Da ist etwas in unserem Land deutlich aus dem Lot geraten.

René Stadtkewitz (wurde aus der Berliner CDU wegen rechtspopulistischer Aktivitäten rausgeworfen), im Interview mit der Aktion „Linkstrend stoppen“ , einem Projekt vom CDU-Stahlhelmflügel

Denken sie an Herrn Sarrazin, der hat eine Volksbewegung ausgelöst, aber es ist keiner da, der das parlamentarisch umsetzt, und uns könnte mit unseren Themen und Problemen genau das gleiche passieren.

Karl Feldmeyer

Wer die Wahrheit sagt, ist noch lange kein Volksverhetzer.

Rolf Schlierer (seit 1994 Bundesvorsitzender der Republikaner), in: Die Republikaner, Bundesgeschäftsstelle, Pressemitteilung Nr. 50/09 v. 02.10.2009

Sarrazin hat in der Integrationsdebatte ein längst überfälliges Licht der Vernunft angezündet […] Diejenigen, die die Misere in Jahrzehnten angerichtet haben, wollen einen Mann mundtot machen, der ihnen ihr eigenes Versagen unbarmherzig vor Augen führt

Rolf Schlierer (seit 1994 Bundesvorsitzender der Republikaner), in: Die Republikaner, Bundesgeschäftsstelle, Pressemitteilung Nr. 61/2010 vom 30.08.2010

Das Buch ist eine Bombe. Der Titel ist ein Alarmruf: „Deutschland schaff t sich ab“. Es ist Thilo Sarrazins Rede zur Lage der Nation – und es ist eine Brandrede mit brisanten Thesen, deren Schärfe kaum zu überbieten ist. Entgegen der mittlerweile auch von großen Teilen der
bürgerlichen Parteien widerstandslos geteilten Idee einer multikulturellen Gesellschaft zieht Sarrazin ernüchternd Bilanz zur Lage Deutschlands, das einem schon Jahrzehnte währenden Zangengriff aus demographischer Krise (dramatischer Geburtenrückgang) und Zuwanderung in die Sozialsysteme ausgesetzt ist.

Dieter Stein (Chefredakteur): Die deutsche Lageanalyse, in der extrem rechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ Nr. 35/10 vom 27. August 2010

Denn hier hat das politische Establishment völlig versagt. Militanz und Integrationsunwilligkeit wurden unter den Teppich gekehrt und stattdessen wird entgegen der Wirklichkeit das Bild einer multikulturellen Idylle gezeichnet

Andreas Mölzer (Chefideologe und EU-Parlamentarier der rechtspopulistischen FPÖ, seit 1995 Chefredakteur des österreichischen extrem rechten Blattes „Zur Zeit“, 2001 ermittelte die Wiener Staatsanwaltschaft gegen ihn wegen Leugnung des Holocaust)

Lieber Sarrazin statt Muezzin! Wenn man bedenkt, dass die islamische Bevölkerung massiv zunimmt kann nachvollzogen werden, dass sich immer mehr Steirer fremd im eigenen Land fühlen!

Dr. Gerhard Kurzmann (Landesparteiobmann der rechtspopulistischen FPÖ in der Steiermark)

Die ersten Vorabdrucke im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ und in der „Bild“-Zeitung
sorgen jetzt schon für heiße Diskussionen, obwohl Sarrazins Buch letztendlich nur das wiedergibt, was die DVU bereits schon vor etlichen Jahren thematisierte:
Geburtenrückgang bei den Deutschen, Bildungsmisere, mangelnde Integration, Ausländerkriminalität, Zuwanderungspolitik, wachsende Unterschicht, langsame Islamisierung, usw..
Fast mag man glauben, daß Sarrazin sich die ausländerpolitischen Forderungen der DVU zu eigen gemacht hat.

DVU, August 2010

Thilo Sarrazin schreibt regelrechtes NPD-Buch

titelt die sächsische NPD-Fraktion in einer Pressemitteilung vom 24.08.2010 . Der NPD-Vordenker Jürgen Gansel meint darin

Der Bundesbanker macht die Überfremdungskritik der NPD endgültig salonfähig

Seine ausländerpolitischen Aussagen atmen dagegen durch und durch den Geist nationaldemokratischer Überfremdungskritik.

Jürgen Gansel (NPD-Landtagsabgeordneter), Pressemitteilung vom 24.08.2010

Mit seiner Kernaussage: ‚Ich möchte nicht, daß wir zu Fremden im eigenen Land werden’ vertritt Sarrazin eine jahrzehntealte, lupenreine NPD-Position. Dem Bundesbank-Vorstand kommt das große Verdienst zu, die Überfremdungskritik der NPD endgültig salonfähig zu machen. Richtet man den Fokus auf seine bevölkerungs- und ausländerpolitischen Aussagen, kann man nur feststellen: hier hat jemand ein regelrechtes NPD-Buch geschrieben, das die Deutschen zum politischen und zivilen Widerstand gegen Landraub und Überfremdung aufruft.“

Jürgen Gansel (NPD-Landtagsabgeordneter), Pressemitteilung vom 24.08.2010

Der ehemalige Finanzsenator von Berlin bringt die politische Lage in unserem Land auf den Punkt. Die Äußerungen von Thilo Sarrazin gehören zu den wenigen konstruktiven Vorschlägen, die ein Angehöriger der politischen und ökonomischen Eliten der BRD in den vergangenen Jahren zur Lösung der mit der Zuwanderung verbundenen Probleme gemacht hat. Ein Ausschluß der in Deutschland lebenden Ausländer vom Bezug staatlicher Transferleistungen, wie Sarrazin ihn vorschlägt, würde in der Tat Wunder wirken, und nicht nur zahlreiche Haushaltsprobleme lösen, sondern auch der Bildung von Parallelgesellschaften auf deutschem Boden einen Riegel vorschieben.

Andreas Storr (innenpolitischer Sprecher der NPD-Fraktion Sachsen), 02.10.20091

Über kurz oder lang werden Millionen Deutsche aufwachen und handeln – Herr Sarrazin hätte es jetzt in der Hand, die Weckzeit vorzustellen. Änderungen wird es nicht durch kluge Reden geben, sondern nur durch ein revolutionär verändertes Wahlverhalten bisher frustrierter Wähler. Herr Sarrazin, helfen Sie uns jetzt, die Etablierten das Fürchten zu lehren!

Udo Voigt (NPD-Chef), 02.09.20102

Unsere Aussagen werden damit salonfähiger und es ist dann auch immer schwerer, Volksverhetzungsverurteilungen gegen NPD-Funktionäre anzustreben, wenn wir uns zur Ausländerpolitik äußern, wenn sich etablierte Politiker auch trauen, das zu äußern.

Udo Voigt (NPD-Chef) gegenüber dem ARD-Politikmagazin “Report Mainz”, 20103

Aber was ist eigentlich neu an den Feststellungen des Herrn Sarrazins? Im Kern gar nichts!
Er wiederholt all das, was seit vielen Jahren bekannt ist und von uns Nationalen, von NPD bis hin zu den freien Strukturen, sachlich fundiert, mit Nachdruck aufgezeigt wurde – jedoch mit einem wesentlichen Unterschied – aus unserem Lager war der Lösungsansatz nicht der untaugliche Versuch, die Millionen, meist orientalische Einwanderer, zu „Guten Deutschen“ zu machen, sondern dieses fremdländische Prekariat durch ein sozial abgefedertes Rückführungsprogramm außer Landes zu schaffen und gleichzeitig aktive Familienpolitik zu betreiben.

Udo Pastörs (NPD-Fraktionsvorsitzender von Mecklenburg-Vorpommern), 13. September 2010

Sarrazin analysiert dagegen die Zustände in unserem Land – faktengesättigt, realistisch und differenziert. Er nimmt dabei kein Blatt vor den Mund, wenn es um die Themen Armut, Bildung, Arbeit, Integration und Demographie geht.

Erik Lehnert (Leiter des neurechten „Institut für Staatspolitik“), in: „Sezession Online“

Jetzt kann man über den großen Tabubruch jubeln und Sarrazin als Lichtblick am trüben Himmel des Kartells der Verschweiger vergöttern. Und jeder, der die Wahrheit sagt, bahnt zumindest der Möglichkeit, daß sich etwas ändert, den Weg. Hinzu kommt: Niemand hat bei diesen Themen zuvor solch eine Resonanz in der Bevölkerung gehabt wie Sarrazin. Der Aufschrei in Politik und Medien ist verräterisch genug.

Erik Lehnert (Leiter des neurechten „Institut für Staatspolitik“), in: „Sezession Online“

Das Bundesbank-Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin hat in den letzten Monaten für die Meinungsfreiheit wichtige Breschen in das Dickicht der „Politischen Korrektheit“ in Deutschland geschlagen. Dank dem langjährigen Berliner SPD-Finanzsenator sind einige undemokratische Tabus und Denkverbote in der öffentlichen Debatte in Bezug auf die Einwanderungsproblematik, die drohende Islamisierung Deutschlands und den gesellschaftlich-demographischen Niedergang der Bevölkerung gefallen. […] Dank seiner Popularität und seinem hohen Bekanntheitsgrad hat Sarrazin es geschafft, zu diesen Themen eine lebhafte öffentliche Debatte anzustoßen, die auch auf den Kölner Straßen und den Kölner Eckkneipen und Wohnstuben eifrig geführt wird – trotz der sonst bei diesen Fragen praktizierten politisch-medialen „Käseglocke“ über der Stadt.
Diesen wichtigen Neuanfang im öffentlichen Diskurs gilt es nun fortzusetzen und den Auslöser dieser Wende angemessen zu würdigen: Die Fraktion pro Köln beantragt deshalb die Ehrenbürgerwürde der Stadt Köln für Thilo Sarrazin. Dieser mutige Mann hat sie – im Gegensatz zu manchen seiner Vorgänger – wahrlich verdient!

Markus Wiener, Fraktionsgeschäftsführer der rechtspopulistischen Wahlformation „Pro Köln“

Die gegenwärtige und sehr heftige Debatte über das kürzlich erschienene Buch Thilo Sarrazins ist ein Anzeichen dafür, dass Deutschland mit sich ins Reine kommt.
Ich habe das Buch Dr. Sarrazins noch nicht gelesen, aber ich sehe, dass – während die politisch korrekten Eliten fast geschlossen seinen Thesen kritisch gegenüberstehen und für seine Entlassung als Bundesbanker eintraten – die große Mehrheit der Deutschen würdigt, dass Dr. Sarrazin ein wichtiges und drängendes Thema anspricht. „Deutschland schafft sich ab“, warnt Sarrazin und ruft die Deutschen auf, diesen Prozess aufzuhalten. Die enorme Wirkung des Buches spricht dafür, dass viele Deutsche dies genauso sehen. Die Deutschen wollen Deutschland nicht abgeschafft sehen, trotz all der politischen Indoktrination, der sich die Deutschen ausgesetzt sahen. Deutschland schämt sich nicht länger, seinen nationalen Stolz wieder geltend zu machen.

Geert Wilders (niederländischer Rechtspopulist), 02.10.2010 in Berlin

Sarrazin war ein Rammbock

Götz Kubitschek in dem von Ellen Kositza und ihm 2015 herausgegebenen Gesprächsband „Tristesse Droite“